Grundstück verkaufen in Österreich

Grundstück verkaufen in Österreich: Widmung, Wert & Verkauf

Sie möchten Ihr Grundstück verkaufen? Erfahren Sie Schritt für Schritt, was Sie beim Grundstücksverkauf in Österreich beachten sollten, von der Grundstückswidmung über die Bewertung bis zur richtigen Inserierung.

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Letzte Überarbeitung: 03. August 2026

Ob Bauland, Verkehrsfläche oder Grünland: Ein erfolgreicher Grundstücksverkauf in Österreich hängt von der richtigen Widmung, einer realistischen Grundstücksbewertung und vollständigen Verkaufsunterlagen ab. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, worauf es ankommt, welche Steuern und Kosten anfallen und wie Sie den passenden Verkaufspreis festlegen.

Was ist beim Grundstücksverkauf in Österreich wichtig?

Ein Grundstücksverkauf unterscheidet sich kaum von einem Immobilienverkauf. Wie auch beim Verkauf einer Wohnung oder eines Hauses sind die Wertermittlung, Dokumentenvorbereitung und die Inserierung bedeutsam. Beim Grundstück ist zudem wichtig, die Widmung des Grundstücks zu kennen.

Möchten Sie nicht alle Schritte selbst übernehmen, unterstützt Sie ein Immobilienmakler in Ihrer Region beim gesamten Verkaufsprozess.

Widmung

Die genaue Grundstückswidmung ist grundlegend für den Verkaufspreis des Grundstücks. Anhand der Widmung sollten Sie aber auch Ihre Käufer-Zielgruppe festlegen.

Grundstück Wert

Sie sollten Ihr Grundstück von einem Experten bewerten lassen. Anhand des Grundstückswerts können Sie den Verkaufspreis festlegen.

Dokumente

Für den Verkauf eines Grundstücks müssen unterschiedliche Dokumente und Unterlagen vorbereitet werden.

Inserierung

Bei der Inserierung Ihres Grundstücks ist die Wahl der Käufer-Zielgruppe und der richtigen Plattform maßgeblich für einen schnellen Verkauf.

Steuern

Je nach Erwerbszeitpunkt und Widmung fällt eine unterschiedlich hohe Immobilienertragsteuer an.

Die Grundstückswidmung in Österreich

Die Grundstückswidmung gibt an, um was für eine Art von Grundstück es sich handelt und was mit dem Grundstück gemacht werden darf.

Grundsätzlich wird zwischen den folgenden drei Hauptwidmungen unterschieden:

  • Bauland: Grundstücke mit einer Baulandwidmung sind zur Bebauung gedacht.
  • Verkehrsfläche: Verkehrsflächen sind Grundstücke, welche dem Straßen-, Schienen- oder Luftverkehr gedacht sind.
  • Grünland/Freiland: Das sind land- und forstwirtschaftliche Grundstücke, auf welchen z. B. Hofstellen, Grüngürtel, Schutzhäuser, Parkanlagen oder auch Kleingärten gebaut werden können.

Die Widmung eines Grundstücks hat starken Einfluss auf den Verkaufspreis. Je nach Widmung ist ein Grundstück mehr oder weniger wert. Beispielsweise sind Baugrundstücke wesentlich teurer als Frei- oder Grünland.

Aus diesem Grund sollten Sie für die Festlegung des Verkaufspreises wissen, welche Widmung Ihr Grundstück hat.

Die erlaubte Nutzung aller Grundstücke wird im Flächenwidmungsplan der Gemeinde festgehalten. Im Flächenwidmungsplan werden unter anderem Widmung, Grundstücksgrenzen und Grundstücksnummern geregelt.

Der Flächenwidmungsplan ist öffentlich beim jeweiligen Gemeindeamt einsehbar. Sie können gegen eine geringe Gebühr auch einen Ausdruck des Flächenwidmungsplans erwerben.

Zudem stellt jedes Bundesland den Flächenwidmungsplan auch online zur Verfügung. Jedoch ist die Online-Version nicht immer rechtskräftig.

Im Notfall: Bauvoranfrage

Wenn Sie keine Informationen zu einem Bebauungsplan finden, können Sie eine Bauvoranfrage an die für die Bauaufsicht zuständige Behörde senden. Somit können Sie prüfen, ob das Grundstück bebaubar ist und ein konkretes Bauvorhaben durchgeführt werden könnte.

Dafür reichen Sie Bebauungsvorschläge für das Grundstück ein und erhalten daraufhin vom Amt einen Bescheid, der bis zu drei Jahre lang gültig ist und rechtsverbindlich Auskunft zur Bebaubarkeit gibt.

Die Bauvoranfrage ist wesentlich einfacher strukturiert und kostengünstiger als ein richtiger Bauantrag.

Bauzwang: Wenn die Gemeinde eine Bebauung vorschreibt

Manche als Bauland gewidmete Grundstücke sind mit einem Bauzwang (auch Baupflicht oder Bebauungsverpflichtung) belegt: Der Eigentümer muss innerhalb einer festgelegten Frist mit dem Bau beginnen bzw. ihn fertigstellen, um zu verhindern, dass Bauland ungenutzt gehortet wird. Verkaufen Sie ein Grundstück mit Bauzwang, müssen Sie den Käufer darüber informieren.

Besonders zu beachten ist das in Vorarlberg: Neu gewidmete Baugrundstücke gelten dort nur befristet für sieben Jahre als Bauland. Wird in dieser Zeit nicht gebaut, muss der Eigentümer das Grundstück der Gemeinde zum Kauf anbieten oder es wird entschädigungslos rückgewidmet. Prüfen Sie Bauzwang und Fristen vor dem Verkauf beim zuständigen Gemeindeamt, damit Sie Käufer korrekt informieren können.

Grundstückswert ermitteln

Beim Grundstücksverkauf sollten Sie über den Marktwert Bescheid wissen. Lassen Sie deshalb Ihr Grundstück professionell bewerten. Anhand dieser Bewertung können Sie anschließend den Verkaufspreis besser festlegen.

Wichtige Faktoren bei einer Grundstücksbewertung sind:

  • Lage
  • Widmung
  • Zuschnitt
  • Erschließung
  • Bodenbeschaffenheit
  • Bebauungsgrad
  • Bebauungsmöglichkeit

Ein besonders wertrelevanter Punkt ist, ob ein Grundstück aufgeschlossen oder unaufgeschlossen ist. Aufgeschlossene Grundstücke verfügen bereits über einen Anschluss an Straße, Wasser, Kanal und Strom, unaufgeschlossene nicht. Fehlt die Erschließung, muss der Käufer diese Kosten selbst tragen oder in seine Preisverhandlung einrechnen, das drückt in der Regel den erzielbaren Verkaufspreis.

Grundstück verkaufen

Einen ersten Überblick über regionale Grundstückspreise geben Ihnen unsere aktuellen Immobilienpreise in Österreich.

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Zudem beraten Sie unsere Experten in einem kostenlosen Beratungsgespräch über Ihre Möglichkeiten und unterstützen Sie bei einem gewinnbringenden Grundstücksverkauf.

Grundstück bewerten

Wichtige Dokumente beim Grundstücksverkauf

Vor dem Grundstücksverkauf sollten Sie noch alle relevanten Dokumente zusammenstellen. Die Dokumente sind von fundamentaler Bedeutung, sowohl für die Grundstücksbewertung als auch für den Entscheidungsprozess eines potenziellen Käufers.

Für den Verkauf werden Sie folgende Unterlagen benötigen:

  • Flur- und/oder Liegenschafts-/Katasterkarte
  • Flächenwidmungs- und Bebauungsplan
  • Grundbuchauszug
  • Grundbuchsauszug (Lasten/Dienstbarkeiten)
  • Erschließungsnachweis
  • Aufnahmen des Grundstücks
  • Bauvoranfrage
  • Vermessungsunterlagen

Grundstück verkaufen: Der Ablauf Schritt für Schritt

Ein Grundstücksverkauf folgt in Österreich einem klar wiederkehrenden Ablauf:

Baugrund verkaufen

1

Widmung & Bebauungsplan prüfen

Flächenwidmungsplan beim Gemeindeamt einholen, Bauzwang und Fristen klären.

2

Grundstück bewerten lassen

Marktwert durch einen Experten ermitteln, Erschließungsgrad einrechnen.

3

Unterlagen zusammenstellen

Grundbuchauszug, Vermessung, Katasterkarte und weitere Dokumente vorbereiten.

4

Inserieren & verhandeln

Passende Plattform und Käufer-Zielgruppe wählen, Preisverhandlung führen.

5

Kaufvertrag & Treuhandabwicklung

Kaufvertrag durch Notar oder Rechtsanwalt erstellen und treuhändisch abwickeln lassen.

6

Grundbucheintragung

Eigentumsübertragung im Grundbuch eintragen lassen, Kaufpreis wird fällig.

Steuern & Kosten beim Grundstücksverkauf

Wichtig für die Kalkulation: Grunderwerbsteuer, Grundbucheintragungsgebühr und Notarkosten trägt in der Praxis überwiegend der Käufer. Als Verkäufer betrifft Sie vor allem die Immobilienertragsteuer (ImmoESt) auf Ihren Verkaufsgewinn, zuzüglich eines eventuellen Verkäuferanteils der Maklerprovision.

Immobilienertragsteuer: Altgrundstück vs. Neugrundstück

Wie hoch die ImmoESt ausfällt, hängt vom Erwerbszeitpunkt ab (Stand 2026):

  • Neugrundstück (Erwerb ab 1. April 2002): 30 % Steuer auf den tatsächlichen Veräußerungsgewinn (Verkaufspreis minus Anschaffungskosten und Nebenkosten).
  • Altgrundstück (Erwerb vor 1. April 2002): Die Anschaffungskosten werden pauschal mit 86 % des Verkaufserlöses angenommen, das ergibt eine effektive Steuerlast von 4,2 % des Verkaufserlöses.

Rechenbeispiel Neugrundstück: Verkaufspreis 250.000 €, Anschaffungskosten seinerzeit 150.000 €. Gewinn = 100.000 €. ImmoESt = 30 % von 100.000 € = 30.000 €.

Rechenbeispiel Altgrundstück: Verkaufspreis 250.000 €. ImmoESt = 4,2 % von 250.000 € = 10.500 €, unabhängig vom tatsächlichen Gewinn.

Wichtiger Sonderfall bei Grundstücken – der Umwidmungszuschlag: Wurde Ihr Grundstück nach dem 31.12.1987 von Grünland/Freiland in Bauland umgewidmet, erhöht sich die ImmoESt spürbar: auf 40 % des Gewinns beim Neugrundstück bzw. auf 18 % des Verkaufserlöses beim Altgrundstück. Prüfen Sie die Umwidmungshistorie Ihres Grundstücks daher unbedingt vor dem Verkauf.

Diese Sätze gelten für 2026. Für Altgrundstücke ist ab 2027 eine Anhebung auf 6 % bzw. 18 % beim Umwidmungszuschlag im Gespräch, aktuell aber noch nicht als Gesetz beschlossen. Für eine individuelle Berechnung empfehlen wir eine Steuerberatung, die aktuelle Regelung finden Sie bei der WKO.

Weitere Kosten im Überblick

  • Grundbucheintragungsgebühr: 1,1 % des Kaufpreises, österreichweit einheitlich (üblicherweise Käuferkosten).
  • Notarkosten/Vertragserrichtung: rund 2 % des Kaufpreises zuzüglich Umsatzsteuer.
  • Maklerprovision: Details dazu finden Sie in unserem Ratgeber Wie hoch ist die Maklerprovision.

Mehr zur Immobilienertragsteuer im Detail lesen Sie in unserem separaten Ratgeber Immobilienertragsteuer in Österreich.

Die richtige Inserierung

Käufer-Zielgruppe festlegen

Damit das Verkaufsangebot für Ihr Grundstück den passenden Interessenten angezeigt wird, sollten Sie Ihre Käufer-Zielgruppe kennen. Bei der Beurteilung der Käufer-Zielgruppe spielt die Bebaubarkeit eine wichtige Rolle.

Während kleine Baugrundstücke vor allem für Familien und Paare interessant sind, sind Grünflächen eher für den land- und forstwirtschaftlichen Bereich von Interesse.

Grundsätzlich sollten Sie beachten:

  • Kleine Grundstücke – Sind eher für eine private Käufer-Zielgruppe geeignet
  • Große Grundstücke – Sind vor allem für Investoren und Bauträger interessant

Plattform wählen

Wenn Sie wissen, für welche Zielgruppe Ihr Grundstück geeignet ist, können Sie die passende Plattform zur Inserierung wählen.

Es gibt spezielle Plattformen für private Interessenten, für Anleger und Investoren, aber auch für land- oder forstwirtschaftliche Interessenten.

Zudem sollten Sie Ihrer Familie, Freunden und Bekannten von Ihrem Verkauf erzählen, um so zusätzlich noch die Mundpropaganda anzukurbeln.

Typische Fehler beim Grundstücksverkauf

Fehler beim Immobilienverkauf

  • Preis ohne professionelle Bewertung festlegen: Bauchgefühl oder reine Online-Vergleichswerte führen häufig zu einem zu niedrigen oder unverkäuflich hohen Angebotspreis.
  • Widmung und Bauzwang nicht geprüft: Verkäufer, die die Widmungshistorie nicht kennen, können den Käufer nicht korrekt informieren und riskieren spätere rechtliche Probleme.
  • ImmoESt nicht vorab kalkuliert: Wer die Steuerlast erst nach dem Verkauf berechnet, wird häufig vom tatsächlichen Nettoerlös überrascht, besonders bei einer Umwidmung.
  • Unvollständige Unterlagen bei Erstkontakt: Fehlende Dokumente verzögern die Kaufentscheidung und schrecken seriöse Käufer ab.
  • Falsche Zielgruppe/Plattform gewählt: Ein großes Grundstück für Bauträger auf einer privaten Kleinanzeigenplattform zu inserieren, verlängert die Verkaufsdauer unnötig.

Häufige Fragen zum Grundstücksverkauf

Häufige Fragen zum Immobilienverkauf

Wie lange dauert der Verkauf eines Grundstücks in Österreich?

Je nach Lage, Widmung und Marktnachfrage dauert ein Grundstücksverkauf typischerweise einige Wochen bis mehrere Monate. Gut erschlossene Baugrundstücke in nachgefragten Lagen verkaufen sich meist deutlich schneller als unaufgeschlossenes Grünland.

Muss ich beim Verkauf eines Grundstücks immer Steuern zahlen?

In den meisten Fällen ja, es sei denn es greift eine gesetzliche Befreiung (z. B. Hauptwohnsitzbefreiung, die bei unbebauten Grundstücken aber nur eingeschränkt gilt). Details dazu in unserem ImmoESt-Ratgeber oder bei Ihrer Steuerberatung.

Sollte ich mein Grundstück jetzt oder später verkaufen?

Das hängt von Ihrer persönlichen Situation, der regionalen Nachfrage und möglichen künftigen Umwidmungen ab. Eine bevorstehende Umwidmung in Bauland kann den Wert erheblich steigern, ein Verkauf danach ist aber steuerlich teurer. Lassen Sie sich im Zweifel individuell beraten.

Brauche ich für den Grundstücksverkauf zwingend einen Makler?

Nein, ein Privatverkauf ist möglich. Ein Immobilienmakler übernimmt jedoch Bewertung, Käufersuche und Verhandlung und kann besonders bei größeren oder komplexeren Grundstücken den Nettoerlös durch einen besseren Verkaufspreis erhöhen.

Was bedeutet „aufgeschlossenes“ Grundstück?

Ein aufgeschlossenes Grundstück verfügt bereits über einen Anschluss an Straße, Wasser, Kanal und Strom und ist damit unmittelbar bebaubar. Das steigert den Verkaufswert gegenüber einem unaufgeschlossenen Grundstück deutlich.

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Sabine Dobler
Verfasst von

Sabine Dobler

Expertin für Immobilien An- & Verkauf sowie Finanzierungen Sabine Dobler ist eine Expertin im Bereich Immobilienan- und verkauf und Finanzierungen. Dank ihrer langjährigen Erfahrung in diesem Sektor und ihrem fundierten Wissen über die Online-Welt liefert sie wertvolle Ratgeberbeiträge für die Portale immobilie-finanzieren.at und das immobilien-verkaeuferportal.at. Sabine zeichnet sich durch ihre Fähigkeit aus, die komplexe Welt der des Immobilien An- und Verkaufs einfach und verständlich zu erklären. Aus diesem Grund vertrauen wir auf ihre Dienste.

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