Versicherungen rund ums Haus in Österreich
Welche Versicherungen braucht ein Hausbesitzer in Österreich wirklich? Wer ein Eigenheim besitzt oder mietet, sollte sich gegen finanzielle Belastungen bei Schäden am und rund ums Haus absichern. Vier Versicherungen sind dabei besonders wichtig: Eigenheim-, Privathaftpflicht-, Haushalts- und Rechtsschutzversicherung. Dieser Ratgeber erklärt verständlich, was jede Versicherung abdeckt und worauf Hausbesitzer achten sollten.
1. Eigenheimversicherung – Schutz für Ihr Gebäude

Was deckt die Eigenheimversicherung ab?
Eine Eigenheimversicherung ist für alle Hausbesitzer in Österreich wichtig. Sie deckt Schäden am Gebäude selbst ab.
Wichtig ist dabei, dass diese Schäden unverschuldet und unvorhergesehen zustande kommen (z. B. durch Feuer, Naturkatastrophen oder Sturm).
Beispiele für die Versicherungsabdeckung:
(können je nach Versicherung variieren)
- Unwetter
- Naturkatastrophen
- Feuer oder Brände
- Explosion
- Einbruch bzw. Diebstahl
- Vandalismus
- Glasbruch
- …
Was ist meist nicht versichert?
- Die Kosten der Beseitigung von optischen Schäden wie z. B. Hageldellen sind generell nicht mitversichert.
- Genauso decken viele Versicherungen nicht die Kosten für Schäden, welche durch grobe Fahrlässigkeit entstehen (z. B. Sie vergessen den Backofen auszuschalten und es kommt zu einem Küchenbrand).
Es macht durchaus Sinn, die Schadensabdeckung bei grober Fahrlässigkeit zusätzlich zu versichern. Denn Unfälle durch Fahrlässigkeit geschehen oft schneller, als man denkt.
Besonderheiten für Hausbesitzer
Bei vielen Eigenheimversicherungsverträgen sind auch Haushaltsversicherungen inkludiert. Die Haushaltsversicherung deckt die Kosten für Schäden, welche am Inhalt des Hauses entstehen.
2. Privathaftpflichtversicherung – Haftung gegenüber Dritten
Was deckt die Privathaftpflichtversicherung ab?
1. Personenschäden
Personenschäden sind all jene Schäden, bei denen Personen durch Ihr Verschulden zu Schaden kommen bzw. verletzt werden.
Beispiel: Der Briefträger stolpert über die nicht ausgebesserten Schlaglöcher auf Ihrem Grundstück und bricht sich das Bein und verklagt Sie auf Schadensersatz.
2. Sachschäden
Ein Sachschaden liegt vor, wenn Eigentum dritter Personen durch Ihr Verschulden beschädigt wird.
Beispiel: Durch eine Windböe werden lose Ziegel von Ihrem Dach weggerissen und an die Hauswand, die Fenster und an das Auto des Nachbarn geschleudert.
3. Vermögensschäden
Vermögensschäden sind Schäden, die einer dritten Person einen finanziellen Schaden verursachen.
Beispiel: Die losen Ziegel, welche von Ihrem Dach gerissen wurden, haben einen Totalschaden am Auto des Nachbarn verursacht. Dieser ist selbstständig und kann aufgrund des Schadens keine Kundentermine mehr wahrnehmen. Ihrem Nachbarn entsteht dadurch nicht nur ein Sachschaden am Auto, sondern auch ein Vermögensschaden durch den Arbeitsausfall.
Wer ist generell versichert?
- Der Versicherungsnehmer
- Der im gemeinsamen Haushalt lebende Partner*
- Minderjährige Kinder, Enkel-, Adoptiv-, Pflege- und Stiefkinder bzw. generell Kinder, sofern die Kinder über keinen eigenen Haushalt noch über kein eigenes Einkommen verfügen (auch bei Volljährigkeit)*
- Personen, die aufgrund eines Arbeitsvertrages Arbeiten im Haushalt verrichten (z. B. Reinigungskraft, Gärtner)*
*z. T. optional
Was ist meist nicht versichert?
- Die Kosten für Schäden, welche bei Arbeitsunfällen oder bei freiwilligen und unentgeltlichen Diensten entstehen.
- Die Kosten für Schäden, welche in Verbindung mit der KFZ-Nutzung entstehen. Diese Art von Schäden müssten jedoch in Ihrer gesetzlichen KFZ-Haftpflichtversicherung gedeckt sein.
Besonderheiten für Hausbesitzer
Hausbesitzer können für Unfälle, welche durch die mangelnde Wartung des Hauses oder Grundstücks entstehen, schuldhaft gemacht werden. Als Eigentümer müssen Sie die Sorgfaltspflicht einhalten. Ist dies nicht der Fall und einer dritten Person entsteht durch diesen Verstoß ein Schaden, werden Sie dafür haftbar gemacht.
Wenn Sie sich gegen die Schadensansprüche dieser Unfälle absichern möchten, achten Sie darauf, dass Ihre private Haftpflichtversicherung auch eine Haus- und Grundbesitzer-Haftpflicht enthält.
Welche Versicherung benötigen Sie wirklich?
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3. Haushaltsversicherung – Schutz für Ihren Hausinhalt
Was deckt die Haushaltsversicherung ab?
Haushaltsversicherungen decken in der Regel die Kosten bei Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Unwetter und Einbruchdiebstahl ab.
Der wichtigste Unterschied zur Eigenheimversicherung liegt darin, dass in der Haushaltsversicherung nur die Kostendeckung bei Schäden an beweglichen Gegenständen in Ihrem Haushalt versichert ist.
Was gehört zum Haushalt?
Die Haushaltsversicherung versichert die Kosten bei Schäden an Ihrem Hausinhalt (Einrichtung, Wertgegenstände…).
Was ist meist nicht versichert?
Bei der Haushaltsversicherung sind die Kosten für Schäden direkt am Haus bzw. an den fest verbauten Hausteilen nicht gedeckt.
Besonderheiten für Hausbesitzer
Eine Haushaltsversicherung deckt nur die Kosten bei Schäden am Inhalt Ihres Hauses und ist keine vollständige Gebäudeversicherung. Für die Kostendeckung bei Schäden an Ihrem Haus benötigen Sie eine Eigenheimversicherung.
4. Rechtsschutzversicherung – Absicherung im Streitfall
Was deckt die Rechtsschutzversicherung ab?
Je nach Versicherung und Polizze können verschiedene Rechtsfälle in einer Rechtsschutzversicherung abgedeckt werden wie zum Beispiel:
- Schadenersatz- und Strafrechtsschutz für den Privat-, Berufs- & Betriebsbereich
- Rechtsschutz für Grundstückseigentum und Miete
- Arbeits-Rechtsschutz
- Sozialversicherungs-Rechtsschutz
- Steuer-Rechtsschutz
- Rechtsschutz für Familienrecht
- Rechtsschutz für Erbrecht
- Datenschutz-Rechtsschutz
- Anti Stalking-Rechtsschutz
- Patienten-Rechtsschutz
- KFZ-Rechtsschutz
- Lenker-Rechtsschutz
Rechtsschutzversicherungen vergleichen
Wer ist als Hausbesitzer versichert?
Speziell als Hausbesitzer ist es wichtig, zumindest eine Eigentümerrechtsschutzversicherung zu haben.
Diese übernimmt für Sie die Prozesskosten bei Rechtsstreitigkeiten rund um Ihr Haus oder Grundstück und steht Ihnen auch beratend zur Seite.
Gerade bei Nachbarschaftsdifferenzen, Diskussionen zu Grundstücksgrenzen etc. kann es schneller als erwartet zu Rechtsstreitigkeiten kommen.
Verlieren Sie einen Prozess, erwarten Sie meist hohe Anwalts-, Gerichts- und Sachverständigenkosten.
Was ist meist nicht versichert?
- Ehescheidung
- Immobilienkauf und -errichtung
- Risiken mit stark erhöhter Eintrittswahrscheinlichkeit
- Vermögensanlage oder Investments
- Glücksspiel oder Wetten
- Risiken, von denen viele Menschen gleichzeitig betroffen sind
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Was ist Ihre Immobilie wert?
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