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Immobilienbewertung

Ertragswertverfahren: Immobilienwert in Österreich berechnen

So wird der Wert Ihrer Immobilie über den Ertrag ermittelt. Das Ertragswertverfahren ist eines der drei klassischen Wertermittlungsverfahren für Immobilien in Österreich – ideal für vermietete und verpachtete Objekte.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wofür das Ertragswertverfahren genutzt wird und wie der Ertragswert Schritt für Schritt berechnet wird – inklusive Beispielrechnung und Abgrenzung zu den anderen Bewertungsverfahren in Österreich.

Letzte Überarbeitung Mai 2026

Wofür wird das Ertragswertverfahren eingesetzt?

Beim Ertragswertverfahren wird eine Prognose zu künftig möglichen Miet- oder Pachtverträgen erstellt – also welcher Ertrag mit der Immobilie bei Vermietung oder Verpachtung erwirtschaftet werden kann.

Das Verfahren dient unter anderem beim Finanzamt als Bemessungsgrundlage für beispielsweise Steuern und Abgaben.

Zudem ist das Ertragswertverfahren oftmals die Grundlage für die Ermittlung des Beleihungswerts einer Immobilie, der als Kreditsicherheit dient.

Zusammenfassung:

Wann kommt das Ertragswertverfahren zum Einsatz?

  • Zur Wertermittlung der Bemessungsgrundlage für das Finanzamt, Behörden und Finanzinstitute bzw. Banken
  • Bei der Ermittlung des Beleihungswerts einer Immobilie für die Kreditvergabe
  • Bei der Wertermittlung von Mietobjekten
  • Bei der Wertermittlung von Immobilien, welche als Mietobjekte genutzt werden könnten

Wenn Sie ein vermietetes Objekt veräußern möchten, lohnt sich vorab ein Blick auf die Schritte beim Immobilienverkauf in Österreich.

Ertragswertverfahren Immobilienwert ermitteln in Österreich

Wie wird der Ertragswert ermittelt?

Die Ermittlung des Ertragswerts ist recht umfangreich. Es werden viele unterschiedliche Einflussfaktoren berücksichtigt:

Jahresrohertrag

Der Jahresrohertrag umfasst alle Mieterträge, welche aufgrund der aktuellen und regionalen Marktlage erzielbar wären.

Liegenschaftszinssatz

Dies ist jener Zinssatz, mit welchem das Grundstück als Bestandteil der Liegenschaft verzinst wird.

Bewirtschaftungskosten

Hierbei werden alle Kosten berücksichtigt, welche Sie bei der Vermietung oder Verpachtung Ihres Objekts erwarten können. Dazu zählen Abschreibungen, Instandhaltung, Mietausfälle und Verwaltungskosten.

Vervielfältiger

Der Vervielfältiger ist der Wert, mit welchem der Ertragswert des Mietobjekts ohne Berücksichtigung des Bodenwerts ermittelt wird. Dieser ergibt sich aus dem Liegenschaftszinssatz und der Restnutzungsdauer des Objekts.

Sonstige wertbeeinflussende Umstände

Unter diesen Punkt fallen alle Aufwendungen oder Umstände, welche den Wert des Objekts beeinflussen, aber noch nicht berücksichtigt wurden. Wie z. B. Bauschäden, die durch die Vernachlässigung des Objekts entstehen.

Formel zur Berechnung des Ertragswerts

Formel Ertragswert berechnen

Ertragswertverfahren: Beispiel zur Berechnung

In dem folgenden Beispiel wird anhand von fiktiven Daten die mögliche Berechnung des Ertragswerts (Verkehrswerts) eines Objekts dargelegt.

Grunddaten des Beispiels:

  • Grundstücksgröße: 360 m²
  • Bodenrichtwert: 110 € pro m²
  • Ortsübliche Miete: 5 € pro m²
  • Ortsüblicher Liegenschaftszins: 3 %
  • Restnutzungsdauer: 30 Jahre
  • Sonstige wertbeeinflussende Umstände: 26.000 €

Ertragswert ermitteln Rechner

Die Berechnung des Ertragswerts im Detail

1. Der Rohertrag

Im ersten Schritt ermitteln wir den Rohertrag des Objekts. Dieser entspricht der ortsüblichen Jahresmiete.

Rohertrag = Grundstücksgröße * Quadratmetermiete * 12 Monate
Rohertrag = 360 m² * 5 € * 12 Monate = 21.600 €

2. Die Bewirtschaftungskosten

Die Bewirtschaftungskosten beinhalten Kosten für Verwaltung, Mietausfälle, Instandhaltung und Abschreibung. Diese können grundsätzlich mit rund 25 % des Rohertrages angesetzt werden.

Bewirtschaftungskosten = Rohertrag * 25 %
Bewirtschaftungskosten = 21.600 € * 25 % = 5.400 €

3. Die Bodenwertverzinsung

Die Bodenwertverzinsung ergibt sich aus dem errechneten Bodenwert und dem ortsüblichen Liegenschaftszinssatz.

Somit muss zuerst der Bodenwert des unbebauten Grundstücks ermittelt werden:
Bodenwert = Grundstücksgröße * Bodenrichtwert
Bodenwert = 360 m² * 110 € = 39.600 €

Nun können wir die Bodenwertverzinsung berechnen:
Bodenwertverzinsung = Bodenwert * Liegenschaftszinssatz
Bodenwertverzinsung = 39.600 € * 3 % = 1.188 €

4. Der Vervielfältiger

Der Vervielfältiger basiert auf einer Formel, welche den Liegenschaftszinssatz (x) und die Restnutzungsdauer des Gebäudes (y) miteinbezieht.

Mathematische Formel: ((1+x)^y – 1) / ((1+x)^y * x)
Vervielfältiger = (1,03^30 – 1) / (1,03^30 * 0,03) = 19,6

Unterschied zu Sachwertverfahren und Vergleichswertverfahren

Neben dem Ertragswertverfahren gibt es in Österreich zwei weitere anerkannte Verfahren zur Immobilienbewertung. Welches sich eignet, hängt von Art und Nutzung des Objekts ab.

Sachwertverfahren

Beim Sachwertverfahren werden der Bodenwert, der Gebäudewert und der Wert der Außenanlage berücksichtigt.

Es wird auch abhängig vom Alter der Immobilie ein jährlicher Wertverlust mitkalkuliert.

Mehr Infos zum Sachwertverfahren

Vergleichswertverfahren

Beim Vergleichswertverfahren werden Immobilien mit ähnlichen und bereits veräußerten Liegenschaften verglichen.

Auch Zu- und Abschläge für z. B. einen Balkon oder Garten werden dabei berücksichtigt.

Mehr Infos zum Vergleichswertverfahren

Eine professionelle Einschätzung übernimmt in der Regel ein Immobilienmakler in Ihrer Region. Einen ersten Überblick über die anfallenden Kosten beim Immobilienverkauf in Österreich finden Sie ebenfalls bei uns.

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Michael Eder
Verfasst von

Michael Eder

Michael Eder begann schon mit 22 Jahren als Immobilienmakler in Österreich zu arbeiten. Im Jahr 2014 entschied er sich dazu eine Ausbildung zum Immobiliengutachter zu machen und arbeitet seitdem als selbstständiger Gutachter. Nebenbei verfasst Michael seit 2020 Beiträge für uns mit den Themen Immobilienverkauf und Immobilienbewertung. Privat reist Michael gerne. Seine Erfahrungen teilt Michael dabei auf dem Reiseblog: flug-check-in.de mit.

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